Fotocredit: ORF/Cosmos Factory/Udo Maurer
Udo Maurer in der Sahara nahe N´Guigmi, Niger. Temperatur + 51° C
DO 18.8.2011, 21.05 UHR       

"Universum" dokumentiert außergewöhnliche Klimaverhältnisse in "Extrem! Zwischen Dürre und Sintflut"

Die aufwendige Dokumentation von Udo Mauer setzt sich mit der Unberechenbarkeit der Naturgewalten und der Zunahme der extremen Wetterphänomene auseinander.

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Kameramann Udo Maurer im Valley of Moon, Atacama Wüste, Chile.

Regenfälle mit 60 Liter Niederschlag in der Stunde in Österreich, tödliche Trockenheit dagegen am Horn von Afrika - aktuelle Ereignisse, die drastisch vor Augen führen, welche Klima-Szenarien möglich sind. Unsere Erde ist eine Welt der Extreme, und auch gemäßigte Regionen sollen im 21. Jahrhundert extrem werden. Weite Teile der Welt werden austrocknen, während andere im Regen versinken. Wie geht der Mensch mit solchen Verhältnissen um? Antworten darauf findet man in jenen Gebieten, wo schon jetzt außergewöhnliche Verhältnisse herrschen, wo die Menschen am Limit leben.

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Nebelfänger Hugo Streeter Cortez in seinem
Aloe Verde Feld.

Wechselspiel zwischen Dürre und Sintflut

Regisseur und Kameramann Udo Maurer und sein Assistent Eckehard Braun sind für die "Universum"-Dokumentation "Extrem! Zwischen Dürre und Sintflut", die ORF 2 am Donnerstag, dem 18. August, um 21.05 Uhr zeigt, unter abenteuerlichen Umständen um die Welt gereist: sie sind bei fünfzig Grad im Schatten in einem kleinen Dorf im Niger zwischen Kamelen durch den Sand gewatet, sind auf der Insel La Réunion stundenlang über scharfkantige Felsen im Nebel zu einer Wetterstation aufgestiegen, haben sich in der Atacama-Wüste den Staub durch die Ohren blasen lassen und im Nordwesten von Indien so viel Regen ertragen, dass ihre Geräte knapp am Verschimmeln waren.

Maurers Film ist ein Wechselspiel zwischen Dürre und Sintflut. Am regenreichsten Ort der Welt, der indischen Stadt Cherrapunjee, sind in den vergangenen siebzig Jahren im Schnitt zwölf Meter Regen pro Jahr gefallen. Das ist etwa zehn Mal so viel wie in New York City und zwanzig Mal so viel wie in Berlin. In Cherrapunjee ist Regen ist nicht bloß ein Ereignis, sondern ein Spektakel. Das beweisen auch die "Regenmacher". Sie sind äußerst gewitzt: Weil "alles andere gegen die Regeln der Natur" sei, machen sie Regen ausschließlich während der Regenzeit.

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Bewohner von Cherrapunjee, Indien während der Regensaison.

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Mann des Kanuristammes mit seinem wertvollsten Besitz, seinem Pferd. Indil, Sahel, Niger.

Dürre und Hungersnot in Niger

In der afrikanischen Republik Niger kämpft man dagegen um jedes einzelne grüne Gewächs. Niger ist beinahe doppelt so groß wie Frankreich und besteht zu 80 Prozent aus Wüste. Von der fürchterlichen Dürre Anfang der 70er-Jahre des vorigen Jahrhunderts konnte sich das Land bis heute nicht erholen. Der Grundwasserspiegel sinkt. Bäume, Sträucher und Dörfer werden von der Wüste verschluckt.

Die Dünen wandern nach Süden und überfluten die Dörfer. Die Menschen bauen neue Dörfer. Die Wüste eilt ihnen hinterher. Sie leben im wahrsten Sinne des Wortes am Limit: kaum Wasser, unter glühender Sonne, in Furcht vor Dürre und Hungersnot und immer auf der Flucht vor dem Sand. Heuer ist Niger von einer Katastrophe verschont geblieben, dafür traf es eine Region 5.000 Kilometer östlich: Somalia am Horn von Afrika, wo derzeit Millionen Menschen ums Überleben kämpfen.

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Eine Gruppe von Kanurifrauen nahe Indil, Sahel, Niger auf dem Weg Feuerholz zu sammeln.

Video-on-Demand
Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

"Nachbar in Not"-Aktionstag im ORF am 25. August

Im ORF findet am Donnerstag, dem 25. August, ein großer "Nachbar in Not"-Aktionstag in allen Medien – Fernsehen, Radio, Internet und Teletext – sowie in allen Landesstudios statt. Dabei wird ganz aktuell über die Situation der Menschen in Ostafrika berichtet und um Spenden gebeten.

Im Mittelpunkt des Aktionstages steht um 20.15 Uhr in ORF 2 eine 90-minütige Sondersendung der Fernsehinformation mit Berichten und Liveschaltungen zu ORF-Korrespondenten vor Ort. Im Studio diskutieren Experten über die vielen Gesichter der Not am afrikanischen Kontinent, die auch sehr viel mit politischen Konflikten, Agrar- und Volkswirtschaft sowie Klimaveränderung zu tun hat.